Der Angriff auf den 8-Stunden-Tag war eines der zentralen Themen Unsere Zeit ist nicht verhandelbar

Zwischen Arbeitszeitdebatten, Mietenwahnsinn und Zukunftsfragen, in Hanau, Fulda und vielen weiteren Städten Hessens wurde deutlich: Beschäftigte haben klare Erwartungen an Politik und Arbeitgeber.

1. Mai Hanau


Wir wollen keine Rückschritte ins vergangene Jahrhundert, wir wollen faire Arbeitszeiten, bezahlbares Leben und echte Zukunftsperspektiven, auch und gerade für junge Menschen.

Landesweit beteiligten sich rund 17.000 Menschen an den DGB-Veranstaltungen am Tag der Arbeit – ein starkes Zeichen, auch wenn Zahlen an diesem Tag nicht im Mittelpunkt standen.

In Fulda begann der 1. Mai traditionell mit einem Arbeitnehmergottesdienst, gefolgt von einem Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Kundgebung auf dem Universitätsplatz. In der zentralen Rede wurde betont, dass soziale Errungenschaften wie Tariflöhne, verlässliche Arbeitszeiten und Mitbestimmung nicht selbstverständlich seien, sondern immer wieder verteidigt werden müssten.

In Hanau, einem der zentralen Veranstaltungsorte in Hessen, startete die Demonstration am Gewerkschaftshaus und endete mit einer Kundgebung im Tiefgarten. In Reden und Gesprächen standen der Schutz industrieller Arbeitsplätze, die Verteidigung des Acht‑Stunden‑Tages sowie faire Löhne und Tarifbindung im Mittelpunkt. Martin Hill, Vorsitzender des Ortsjugendausschusses der IG Metall Hanau‑Fulda, brachte es in seiner Rede klar auf den Punkt: „Wenn unsere Arbeitszeit angepasst werden soll, dann nach unten und nicht nach oben.“ Zeit für Familie, Freund*innen, Bildung und Erholung ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung für Gesundheit und gesellschaftliches Engagement. Deutlich wandte sich Martin auch gegen Schuldzuweisungen an Beschäftigte – etwa bei Krankheitstagen oder beim Fachkräftemangel: „Anstatt die Schuld bei uns zu suchen, sollten sich die zuständigen Stellen erst einmal an die eigene Nase fassen.“ Wer Ausbildungsplätze abbaut, darf sich über fehlende Fachkräfte nicht wundern. Gleichzeitig haben viele junge Menschen konkrete Alltagsprobleme: explodierende Mieten, unbezahlbare Mobilität, unsichere Perspektiven. 700 Euro Kaltmiete für ein Zimmer oder ein Führerschein für mehrere tausend Euro zeigen, wie schwer der Einstieg in ein eigenständiges Leben geworden ist. 

Trotz aller Angriffe auf die Rechte von Beschäftigten, wir lassen uns die gute Laune nicht verderben. Wir wissen, was wir erreichen können, wenn wir zusammenhalten und gemeinsam kämpfen. Und genau deshalb ist der 1. Mai für uns mehr als Protest – er ist auch ein gemeinsames Fest mit guten Gesprächen, Musik und Zeit füreinander.